Projekt: 3D Drucker P3 Steel

Einleitung – 3D Drucker: Wäre das was für mich?

3D Drucker gibt es ja schon seit einiger Zeit, und dem einen oder anderen könnte (wie mir) aufgefallen sein, dass man mittlerweile einen (Bausatz) auf Ebay für unter 250,- € bekommen kann.

Somit rückt die Vorstellung, beliebige Dinge herunterzuladen oder selbst zu konstruieren in erschwingliche Reichweiten. Ich habe mich zunächst eine nicht unerhebliche Zeit lang in die Materie eingelesen und einige grundsätzliche Dinge ermittelt, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

  • Ein 3D Drucker ist keinesfalls ein übliches Consumergerät, was man bestellt, auspackt, anschließt und nach Treiberinstallation geht es munter los – und das für Monate.
  • Ein 3D Drucker ist aktuell ein Selbstbauprojekt für Technikbegeiserte, die nicht unbedingt zwei linke Hände haben sollten.
  • Ein 3D Drucker liefert erst nach längerem Kalibrieren und Tests annehmbare Ergebnisse.
  • Ein 3D Drucker verschleißt mit der Zeit und benötigt immer wieder Reparaturen oder Justagen.
  • Nicht alles (Geometrie oder Größe) ist überhaupt druckbar.
  • Nicht alle verarbeitbaren Materialien entsprechen in ihren Eigenschaften bekannten industriell hergestellten Kunststoffteilen.
  • Jedes Druckteil benötigt nach dem Druck mehr oder weniger Nachbearbeitung
  • Ein Druck kann verdammt lange dauern, manchmal muss man wieder von vorne anfangen.

Zusammenfassend sind 3D Drucker eher ein Bastelprojekt für ambitionierte Hobyisten, die sich sowieso schon mit Modellbau, Elektronik, etc. beschäftigen.

Ein 3D-drucker, der einigermaßen gute Ergebnisse liefert, ist nicht unter 400,- € (eher mehr) zu realisieren.

Vergesst also die 250,- € Teile aus China; allenfalls könnte man sie als Lernobjekt und Grundlage für einen Ausbau hernehmen. Am Ende kommen auf jeden Fall mehr Ausgaben zusammen.

Und weil wir schon bei den Billigteilen sind: Es gibt einige frei (nachbaubare) Grundmodelle, die auch die Grundlage der erhältlichen Bausätze ist. Eine gute Quelle für diese und andere vielschichtigen Informationen nebst Forum ist http://www.reprap.org.

Ich habe mich für ein Modell entschieden, was es in vielen Variationen gibt (Rahmen z.B. aus Gewindestangen, Plexiglas, Holz oder Stahl) und als „i3 Prusa“ mit diversen Namenszusätzen vertrieben wird. Er ist vergleichsweise günstig, solide konstruiert und liefert in seinen besten Modifikationen (s.u.) sehr gute Ergebnisse.

Der Rahmen eines 3D-Druckers muss möglichst steif sein, damit der Druck exakt wird.

Die Plexiglasrahmen der Billigangebote liefern hierbei das schlechteste Ergebnis. Es hat sich gezeigt, dass ein Rahmen aus Stahl optimal ist (Die Masse liegt höher und ist damit träger, als ein Rahmen aus Aluminium). Dann kommt es noch darauf an, wie der Rahmen geometrisch konstruiert ist., d.h. wie effektiv die einzelnen Komponenten darauf angebracht sind. Hierbei hat sich gezeigt, dass der „P3 Steel“ – Rahmen einer der beste ist.

Man kann sich die Konstruktion bei http://www.thingiverse.com herunterladen und –  wenn man die Möglichkeit hat – selbst fräsen oder lasern. Man kann die Teile aber auch fertig hergestellt und lackiert bei mehreren Anbietern kaufen. Ich habe meinen bei Orballoprintung in Spanien bestellt, das hat 9 Tage gebraucht; nur das Porto hat etwas weh getan. Er kostet übrigens 60,- bis 80,- €.

Neben diesem soliden Rahmen als Grundlage viel mein Blick auf sehr gut konstruierte i3 Teile des reprap-Users toolson, die in seinem Blog scheuten.me dokumentiert sind und auch bei thingiverse.com kostenlos heruntergeladen werden können. (Wenn man seinen ersten 3D-Drucker konstruiert, kann man das natürlich noch nicht tun, also muß man jemanden finden, der das für einen macht (toolson hat das in meinem Fall für mich und viele andere getan, der gute hat allerdings sehr viel zu tun, da seine Teile aber auch wirklich gut konstruiert und gedruckt sind).

Mein Drucker wird daher ein P3 Steel toolson edition werden.

Neben der grundsätzlichen Konstruktion gibt es noch ein paar andere variablen Dinge zu entscheiden (z.B. welche Materialien sollen verarbeitet werden, daraus folgert, welche Art Druckbettheizung soll eingesetzt werden).

Bei mir soll es PLA (beliebt und günstig) und PETG (etwas stabiler und teurer, benötigt höhere Temperaturen) werden. ABS gäbe es noch. Nicht viel stabiler, als PETG, dafür teurer und auf jeden Fall giftig bei der Verarbeitung unter Erhitzung.

Nach einigen Tagen Zusamenstellung der Teile und ermitteln günstiger Vertreiber stand meine BOM (bill of materials, meine Teileliste) ging es mit dem Bestellen von ca. 50 Einzelposten los. Nun sind die ersten Teile eingetroffen und der Bau kann beginnen, was ich in den folgenden Blogbeiträgen dokumentieren möchte.

Wenn ihr mehr Informationenzum, Thema sucht, schaut  Euch bei reprap.org um und lest auch dort im Forum.

Nun aber die Feilen gewetzt  … und los geht’s!

 

Ein Gedanke zu “Projekt: 3D Drucker P3 Steel

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